Sonntag, 12. Juli 2015

Erheiternd

Gelächter über Gelächter - und das um eine nachtschlafene Zeit, in den unterschiedlichen Ton- und Stimmungslagen: Dabei dachte ich, dass Lärm nur bis 22 Uhr dauern soll. Aber selbst bei einem harmlos begonnenen Grillfest kann das ausarten und man wird am Schlafen gehindert.

Dabei hat laut einer Lachstudie der Georgia State University Gelächter fast nie mit Spaß zu tun – stattdessen "geht es mehr um Sex, um Macht und sozialen Bindungen. Wie ein Mensch lacht, offenbart über seine Psyche, seine Persönlichkeit und sozialen Status mehr als gedacht."

Dabei ist es völlig egal, wie laut oder leise gelacht wird, nur warum sind die "kierendsten Frauen" (ich schreibe jetzt absichtlich nicht Weiber) immer bei unseren Nachbarn, die erst vor ca einem Jahr zugezogen sind, zu Besuch?

Wenn man sich die Begründung der Studie so ansieht, sei Lachen "als grundlegendes Verhalten des Menschen" für die Forschung mindestens so interessant sei wie der Sex. "Es ist in fast jeder sozialen Interaktion zu finden" ... und sei dabei ähnlich bedeutsam wie Mimik, Gestik und das gesprochene Wort.

Die Studi vergleicht auch, dass Lachen nicht nur beim Menschen vorkommt, sondern auch bei Tieren, die auf hohem Niveau miteinander kommunizieren. Wie etwa bei Ratten, die allerdings mit geschlossenem Mund kichern, und das ausgerechnet auf einer Frequenz, die zwar nicht vom Menschen, dafür aber von der befeindeten Katze gehört wird. Das echte, lauthalse Lachen entstand in der Evolution aber wohl erst vor etwa 16 Millionen Jahren, bei den gemeinsamen Vorfahren von Affen und Menschen.

Also sollte ich das als Teil der Kommunikation sehen und es nicht als "auf Aufmerksamkeit heischend"? Besonders blöd ist, wenn sich die Männer bei ihrer Unterhaltung um Mitternacht dann anschreien müssen, um ihre Kommunikation während der kindischen Lachsalven ihrer Frauen aufrecht erhalten zu können.

Den übrigen Teil der Woche verhalten sich die Nachbarn übrigens relativ leise, wenn man davon absieht, dass ihre Kinder wie am Spieß schreien, wenn sie im neuerdings aufgestellten Pool planschen. Und Zündeln - bei dieser Hitze ist sicher auch nicht ganz ungefährlich, aber es macht ja bekanntlich keinen Lärm. Der wird sich vielleicht erst dann entwickeln, wenn es in einen Großbrand ausartet. Um das zu verhindern, habe ich mir die Bemerkung erlaubt, ob es denn wirklich notwendig sei, dass ein 10-jähriges Kind - ohne Aufsicht! - täglich ein Feuer macht, wir im Haus, im gesamten Wohnbereich Nebelschwaden haben und wir mit tränenden Augen herumlaufen müssen. Aber seit meiner Bemerkung ist wenigstens in diesem Fall "Ruhe".

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