Sonntag, 13. März 2011

Die Wellen des Nordwinds und sie .....

Sie sieht furchtbar müde aus. Ihr Gesicht ist wachsbleich, zeigt fast noble Blässe, wären da nicht die dunklen Ringe um ihre Augen. Ihre Nächte sind seit zwei Wochen durchwacht und voll von Gedanken. Die um einen Menschen kreisen, der von einem Tag auf den andern einfach ohne ein Wort zu sagen und zu schreiben so schnell wieder aus ihrem Leben verschwunden ist, wie er aufgetaucht ist. Postsecrets verfassend liegt sie Stunden wach.


Ein Sonntag um 6:30 Uhr war es, da ist sie nach kurzem unerfrischendem Schlaf vollends wach. Sie wollte putzen, Betten überziehen, duschen, die Haare waschen und sich stylen um für den Tag gerüstet zu sein. Doch was macht sie? Wartet auf eine Nachricht und liegt im Bett und liest "Alle sieben Wellen" und sie ist fasziniert von der Geschichte, wie schon vom Vorgänger. Eine, die ihrer ähnlich ist, die aber sicher anders ausgehen wird. Besser, denkt sie sich, schon nach dem Lesen der ersten Zeilen. Emmi ist hartnäckiger als sie und Leo weitaus kommunikativer, als der Mann, um den es bei ihr geht.


Sie fragt sich wieder und wieder, warum ihr solche Sachen zweimal passieren müssen und warum sie ihren Anfang immer im Februar nehmen. Einmal endete so eine Geschichte im Nirvana, sang- und klanglos ohne Treffen. Und das zweite Mal endete es beim Heurigen, nach Küssen und nicht mehr. Und nach ein paar zu Herzen gehenden Telefongesprächen und SMS. Beide Male fanden die beiden Herren das Wort "Liebste" - da war doch so viel Gefühl drin, vielleicht ist das aber auch nur eine "Masche" der Männerwelt. Was ist passiert, dass sie plötzlich nicht mehr diese "Liebste" ist? Kann man sich das weibliche Gegenüber wirklich so einfach von einer Sekunde auf die andere aus dem Herzen oder aus der Tastatur reißen? Hat sie keinem was bedeutet? Nicht mal ein kleines bisschen?


Warum investiert man tage-, wochen- und monatelanges in die Tasten hauen, ebensolange Gespräche? Die sieben Wellen drücken ihr die Tränen in und aus den Augen wie schon der Nordwind. Und dabei ist sie gerade mal erst auf Seite 46 angelangt.

Kommentare:

Herr B. hat gesagt…

Schade, dass sich das Befürchtete so bewahrheitet. Komm her, ich drück Dich mal ganz feste!

U. O. hat gesagt…

würd ich gern, deine stadt lockt mich eh immer wieder ....

(herr b., du kombinierst schon wieder *tssss)

rosmarin hat gesagt…

brrrrr..... und mitgefühl....
bitte bitte nicht mehr suchen. einfach aufhören und finden lassen... oder freie zeit haben....
umärmel... ro

U. O. hat gesagt…

klug wäre nun die behauptung, es würde sich um eine geschichte handeln. um eine schlechte, wohlgemerkt.

danke fürs umärmeln liebe ro ;)