Montag, 14. März 2016

Skandal im Pflegeheim


Aus dem heutigen Kurier:

Nachdem die 93-jährige Gerda Pfeiffer aus Pottenstein, NÖ, vom privaten Pflegeheim in das besser ausgestattete Landespflegeheim übersiedelt war, bekam ihr Sohn einen Anruf: Ob man der Mutter Morphium verabreichen dürfe? Sie müsse irrsinnige Schmerzen haben.

Im Heim wurde Karl Pfeiffer dann von der Ärztin gefragt, ob er die Rückenansicht seiner Mutter sehen wolle. "Die Ärztin schlug die Decke zurück, und ich schaute in ein schwarzes Loch", schildert der 60-Jährige im KURIER-Gespräch. Die Mutter war bis zum Knochen wund gelegen, das Gewebe rund um das Gesäß war nekrotisch, aber wegen ihrer Demenz konnte sie sich nicht verständlich äußern.

Diese Probleme kenne ich aus dem Pflegeheim Lainz, in dem mein Sohn während seinem Wachkoma untergebracht war. Da haben die Pfleger auch lieber gekocht und gemeinsam gegessen, als dass sie sich um die Patienten gekümmert hätten. Für das regelmäßige Umbetten war halt genauso wenig Zeit, wie für die angeschriebenen Spielestunden, die man mit den anderen Patienten angeboten hat. Erst durch meine mehrmalige Urgenz wurden die Plakate dafür entfernt. Diese Tatsache wurde auch nach dem mehrmaligen Änderns des Namens des Heimes nicht besser. Ob das nun Pflegeheim Lainz, Geriatriezentrum am Wienerwald oder Pflegeheim Hietzing heißt, ist vollkommen Blunzn, wie der Wiener so schön sagt!

Kommentare:

elisabetta hat gesagt…

DAS ( einmal in einem Pflegeheim sein zu müssen ) ist meine allergrößte Angst, denn da ist man "ausgeliefert" auf Gedeih und Verderb ;-(((
Am Schlimmsten ist es ja, wenn man keine Angehörigen hat, die vielleicht hin und wieder Nachschau halten können/würden. Aber nicht nur in Wien/N.Ö. gibt's solche Fälle auch bei uns, kann man das erleben.
Das einzige, wirklich gute Pflegeheim war (nach meiner Erfahrung) in Kritzendorf
bei den Barmherzigen Brüdern. Habe da jahrelang meine Stief-Schwiegermutter (*g*)
besucht. Bei denen gab es tatsächlich "Spielenachmittage" mit den Patienten und die hatten "immer" Zeit, für alle Sonderlichkeiten der Pfleglinge.

Oberansicht hat gesagt…

Leider gibts das, es ist zum Kotzen. Dadurch werden auch alle funktionierenden Pflegeheime in Misskredit gezogen!

Paula hat gesagt…

Ein Wahnsinn was in manchen Pflegeheimen so los ist!!! Da wird einem ganz anders, vor allem wenn ein Angehöriger auch in so einem Heim untergebracht ist. Im Pflegeheim meiner Mutter, residenz-josefstadt.at, sind solche Fälle zum Glück nicht bekannt. Mir wäre auch bei meinen zahlreichen Besuchen noch nie etwas derartiges aufgefallen. Aber wenn man so etwas liest oder hört, wird einem schon ganz anders zu Mute...

Oberansicht hat gesagt…

Es ist schlimm, echt. Schlimm ist es, wenn man sowas lesen muss, wenn man es aber bei den eigenen Angehörigen erlebt, ist es in greifbarer Nähe. Am schlimmsten ist es jedoch, wenn so ein Heim dann noch einen Preis für die ausgezeichnete Pflege erhält.
Siehe http://www.wienkav.at/kav/gzw/medstellen_anzeigen.asp?ID=1329
Aber auch da ist schon genau beschrieben, was die Pfleger so in ihrer Arbeitszeit machen: Dokumentationen erstellen. Da muss ja die Qualität der Pflege leiden, wenn die den ganzen Tag vor dem PC sitzen!